Alle Menschen, ob Erwachsene oder Kinder, haben das Recht auf Bildung. Auf eine selbst gewählte und zur eigenen Person passenden Bildung. Nur durch den eigenen Willen und aus tiefster Überzeugung erarbeitete Fähigkeiten und ein erreichtes Wissen, sind auch von der Definition aus wirklich Bildung.

Kinder, wie auch wir alle, sind wissbegierig und wollen die Welt verstehen. Sie sind jedoch Individuen und lernen das, was sie selbst gerade interessiert, am einfachsten. Jeder lernt in seiner eigenen Geschwindigkeit und auf seine eigene Weise. Man muss sich sein Wissen selbst aneignen wollen, selbst davon überzeugt sein, dass es wichtig und interessant ist. Nur dann lernt man am schnellsten und am sinnvollsten.

Man muss die Freiheit erfahren, selbst für sich und seine Fähigkeiten verantwortlich zu sein und sein Leben selbst gestalten dürfen. Nur dann ist der Mensch bereit und kompetent genug, ohne zu zögern, sich für seine Gesellschaft und seine Umwelt verantwortlich zu fühlen und anderen zu helfen. Und das in einer nachhaltigen Weise. Neue, bahnbrechende Ideen zu entwickeln, Probleme wirkungsvoll und beständig zu lösen und die Welt zu einem besseren Ort werden lassen.

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Alle rufen heutzutage nach Hilfe. Die Politik, das Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen und sogar die Wirtschaft. Hilfe, um die Probleme unserer Zeit zu lösen. Hungersnöte, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, rascher Klimawandel, Krankheiten und Umweltkatastrophen. All dies braucht schnelle, kompetente und nachhaltige Lösungen. Und es braucht ein Umdenken. Ein Umdenken, vor Allem im Bildungsbereich. All diese Probleme können nur von Menschen gelöst werden, die sich ohne zu zögern für ihr Lebensumfeld einsetzen, mit tiefgründigem Wissen über Zusammenhänge und Wechselwirkungen aller beteiligten Systeme und Hintergründe. Von Forscherinnen und Forschern, von Erfinderinnen und Erfindern und von Denkerinnen und Denkern. Diese findet man an unseren heutige Schulen kaum. Und wenn ja, dann ist es dem Verdienst der außerschulischen Bildung und der eigenen Motivation zuzuschreiben.

Sicherlich gibt es Lernkonzepte wie Montessori, die Lernhäuser von Peter Fratton in der Schweiz und auch in Deutschland (Freie Schule Anne Sophie) oder die demokratischen Schulansätze (Schule im Aufbruch). Doch haben diese alle den vorgeschriebenen Lehrplan und dessen Kompetenzstufen zu Grunde und eine nach der Marktwirtschaft, also des Wettbewerbs untereinander, orientierte Kompetenzbewertung durch Zensuren und andere Maßnahmen. Jedoch, nur durch Kooperation, Unterstützung und Verständnis lassen sich Motivation, Selbstachtung und dadurch die Achtung des Lebensraums fördern und Probleme der Gegenwart und der Zukunft auf beständige Weise lösen. Eine Schule sollte ein Raum zum Überdenken, zum Erfinden und zum Neugestalten sein und nicht ein Ort eines irrelevanten, veralteten Faktenauswendiglernens und Wiedergebens aus vorgefertigten Schachteln.

Der Erwerb von Basiskompetenzen ist für viele der Grund für einheitliche Schulstrukturen und Lernkonzepte. Doch, sind das nicht eher die Erwartungen der Erwachsenen an ihre Kinder, was sie für wichtig und richtig halten und nicht die Erwartungen der Kinder selbst, die diese an das Leben haben, was sie fasziniert und mit welchen Bereichen und Themen ihre Leidenschaft resoniert? Jeder Mensch hat auch seine eigene Art wie er lernt und wie er gelehrt werden möchte. Was und wie viel also durch direkte Instruktion oder durch autonomes Lernen gelernt werden soll, muss auch von diesem Menschen selbst entschieden werden. Dies soll natürlich nicht bedeuten, dass man als Schüler allein gelassen wird, sondern, dass man eine individuelle Lernbegleitung erfährt. Ein Kleinkind lernt ja auch nicht nur durch Frontalunterricht Sprechen, sondern weil es durch unterschiedliche Einflüsse zu selbstständigem Lernen motiviert wird. Die Motivation zum Lernen und Arbeiten an einem Thema endet jedoch, wenn die Zusammenhänge zu anderen Bereichen verloren gehen und der Schüler anfängt unbewusst vergeblich nach Antworten zu suchen.

Nachhaltiges Lernen kann nur durch die Erfassung von Zusammenhängen zu Stande kommen und nicht durch Themenabgrenzungen. Wären Schulen also nicht daran interessiert Fächer zu lehren, die ja zum großen Teil von unserer Wirtschaft vorgegeben sind, um stupide Arbeitsabläufe abzubilden und von der Politik, um die Interessen von einigen wenigen Machtsüchtigen durchzusetzen, sondern daran, wie jeder Schüler individuell seine Nervenbahnen im Gehirn strukturiert und aufbaut, dann würde die Motivation zum selbstorganisierten, selbst gewählten Lernen potentiert werden. Und auch noch die Einengung auf nur wenige Fächer, macht ja bekanntlich aus Menschen "Fachidioten", die nicht in der Lage sind, global, themenübergreifend und nachhaltig Probleme zu lösen. Da mögen erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse noch so viele Theorien und Methoden aufstellen, sie entstehen trotzdem nur durch die Beobachtung eines Systems, was nicht erwünscht ist und sogar inhuman ist. So würde der von diesen Wissenschaftlern angestrebte unspezifische Transfer zwischen Schulfächern, der nach vielen Studien ja nicht gegeben ist, völlig irrelevant werden. Denn nur durch das fachspezifische Lernen selbst, wird das Gehirn dazu erzogen, jeglichen Transfer zu vermeiden.

Man kann einfach nicht mit den gleichen Mitteln die Probleme lösen, mit denen man diese verursacht hat.

Unser Marktwirtschaft-orientiertes Bildungssystem ist obsolet. Es hat ausgedient. Es ist an der Zeit, etwas neues zu beginnen. Einen Weg einzuschlagen, auf dem unsere Kinder ihr persönliches, volles Potenzial unbegrenzt entfalten können. Ein Weg basierend auf Unterstützung, Verständnis und Kooperation.

Denn, wir sind Menschen! Sei die Veränderung, die Du in der Welt sehen möchtest!

. .. es wirdist der Zeitgeist
der Menschheit ihre Würde wieder zurück zu geben
und den Menschen wirklich helfen